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Das Persönliche Budget in Leichter Sprache

Das Persönliche Budget in Einfacher Sprache

Das Persönliche Budget

Beispiel eines Elternpaares, deren behinderte Tochter die Kita besucht

Seit 1.10.2009 geht unsere Tochter Merle (5 Jahre) in einen neuen Kindergarten, und wir nutzen hierfür das persönliche Budget. Merle hat eine globale Entwicklungsverzögerung, unbekannter Ursache. Sie lernt gerade laufen, kann nicht sprechen. Sie ist gerne mit anderen Kindern zusammen, hat allerdings große Schwierigkeiten sich selbst zu beschäftigen.

Im Mai hat sich für mich ganz unerwartet die Möglichkeit ergeben, wieder arbeiten zu können. Nach kurzem Überlegen stand für uns fest, dass ich meine persönliche „Traumstelle“ antrete und wir eine Lösung für die Betreuung unsere Töchter Merle und Beeke (3 Jahre) finden würden. Merle hatte zu diesem Zeitpunkt einen Platz am Nachmittag im Integrationskindergarten unseres Ortes. Weil wir nicht wollten, dass beide Kinder in eine Kindergartengruppe gehen, hatten wir Beeke in einer Vormittagsgruppe angemeldet. Letztendlich war es ein Kompromiss zugunsten der Kinder, weil wir den Eindruck haben, dass es für Beeke wichtig ist ihren eigenen „schwesterfreien“ Raum zu haben. Im Sommer zeigte sich dann, dass der Alltag zwischen Arbeit und Kinder zu unterschiedlichen Zeiten im Kindergarten, Betreuung bei der Tagesmutter, schwer zu bewältigen ist. Wir haben uns dann ganz verschiedene Kindergärten angeschaut, um für Merle auch einen Vormittagsplatz zu finden. Weil wir außerhalb der üblichen Wechselzeiten suchten, war es in integrativen Einrichtungen unmöglich einen Platz zu bekommen. Wir waren sehr frustriert, weil wir das Gefühl hatten, durch Merles Behinderung in unserem gesamten Familienleben eingeschränkt zu sein.

Dann hörten wir, dass bei den Daldorfer Spatzen ein Regelplatz frei sei und der Kindergarten auch offen ist für Kinder mit Behinderungen. Wir wurden dort freundlich empfangen und relativ schnell wurde klar, dass Merle dort aufgenommen werden konnte. Der Kindergarten betreut bereits ein Rolli-Kind, im Rahmen des Persönlichen Budgets. Aus den bisherigen guten Erfahrungen bekamen wir Unterstützung von der Leiterin des Kindergartens und der freiberuflichen Heilpädagogin. Und die nächsten Schritte waren einfach, wenn auch recht aufwendig. Über eine Online-Stellenausschreibung bei der Agentur für Arbeit fanden wir eine Persönliche Assistentin für Merle, die auf 400,00 Euro-Basis für uns arbeitet. Trotz anfänglicher Skepsis haben wir dann auch schnell einen Bewilligungsbescheid vom Kreis Segeberg bekommen. Offen und strittig ist noch die Beteiligung des Kreises an den Fahrkosten (*Die Übernahme der Fahrkosten wurde mittlerweile ebenfalls bewilligt. (Anm. des BMAS))

Nach den ersten Wochen im „Persönlichen Budget“ ziehen wir ein gutes Resümee. Zum einen fühlt es sich anders an, einen Kindergarten nach unseren Bedürfnissen auszuwählen. Aber auch Arbeitgeber zu sein, mehr mit in die Hilfeplanung einbezogen zu sein, passt zu uns. Aus unserer Sicht ist ein großer Vorteil, dass Merle im Kindergarten eine feste Bezugsperson hat, die für sie zuständig ist. Merle, um die es ja vor allem geht, strahlt immer, wenn wir von Almut, ihrer persönlichen Assistentin sprechen. Schön ist für uns alle, dass wir freie Nachmittage haben und Merle so auch die Möglichkeit hat, am Leben von 5-jährigen teilzunehmen.

Ute P.

(Auszug aus dem Magazin „schon gehört?“ des Landesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen SH e. V.)

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