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Was bedeutet: Trägerübergreifendes Persönliches Geld?

Die Hilfen werden von verschiedenen Stellen bezahlt. Zum Beispiel vom Sozial-Amt oder von der Kranken-Kasse. Diese Stellen heißen: Träger. Bei dem Persönlichen Geld arbeiten
alle Träger zusammen.

Was bedeutet das für Sie?

Früher mussten Sie für jede Hilfe einen eigenen Antrag stellen. Bei dem Persönlichen Geld müssen Sie nur noch einen Antrag stellen. Sie bekommen dann das Geld für alle Hilfen
zusammen auf ein Konto.

Sie müssen auch nicht immer mit allen Trägern sprechen. Sie sprechen nur noch mit einem Träger.

Wie viel Geld bekomme ich?

Sie bekommen so viel Geld für Ihre Hilfen, wie Sie brauchen. Das kann sehr unterschiedlich sein:

  • Wenn Sie viel Hilfe brauchen, bekommen Sie viel Geld.
  • Wenn Sie wenig Hilfe brauchen, bekommen Sie weniger Geld.

Sie bekommen aber meistens nicht mehr Geld, als Ihre Hilfen vorher gekostet haben.

Ein Beispiel:
Ohne das Persönliche Geld: Das Wohnheim bekommt 50 Euro für Ihre Unterstützung beim Einkaufen.
Mit dem Persönlichen Geld: Sie bekommen 50 Euro. Damit bezahlen Sie die Unterstützung beim Einkaufen selbst.

Von dem Geld müssen Sie auch die Beratung und Unterstützung für das Persönliche Geld bezahlen.
Ein Beispiel:
Sie suchen eine Person, die Ihnen beim Einkaufen hilft. Sie können allein niemanden finden. Sie brauchen dabei Hilfe. Diese Hilfe müssen Sie auch mit dem Persönlichen Geld bezahlen.

Manchmal bekommen Sie auch Gutscheine für das Persönliche Geld. Mit den Gutscheinen können Sie dann Ihre Hilfe bezahlen. Das ist zum Beispiel so, wenn Sie Pflege von der Pflege-Kasse bekommen. Mit den Gutscheinen können Sie aber nicht überall bezahlen.

Wie oft bekomme ich Geld?

Meistens bekommen Sie das Geld einmal im Monat. Mit dem Geld müssen Sie dann für den ganzen Monat Ihre Hilfen bezahlen. Manchmal bekommen Sie das Geld auch nur einmal. Zum Beispiel, wenn Sie das Geld für einen Rollstuhl brauchen.

Muss ich das Persönliche Geld nehmen?

Sie können selbst entscheiden, ob Sie das Persönliche Geld haben wollen. Sie bekommen es nur, wenn Sie selbst einen Antrag stellen.

Kann ich das Persönliche Geld überall bekommen?

Das Persönliche Geld gibt es in ganz Deutschland. Ab dem 1. Januar 2008 können Sie
das Persönliche Geld überall bekommen.

Welche Vorteile hat das Persönliche Geld?

  • Sie bestimmen selbst, welche Hilfen Sie haben wollen.
  • Sie bestimmen selbst, wer Ihnen helfen soll.
  • Sie sind der Chef.
  • Sie bestimmen selbst, wann Sie die Hilfen haben wollen.

Hat das Persönliche Geld auch Nachteile?

Träger und Anbieter wissen noch zu wenig über das Persönliche Geld. Das soll sich aber ändern. Einige Menschen haben Angst vor dem Persönlichen Geld. Zum Beispiel dass sie durch das Persönliche Geld weniger Hilfe bekommen. Das stimmt aber nicht. Die meisten behinderten Menschen finden das Persönliche Geld aber gut.

Wie bekomme ich das Persönliche Geld?

Schritt 1: Sie stellen einen Antrag.

Wenn Sie das Persönliche Geld wollen, müssen Sie einen Antrag schreiben. In den Antrag schreiben Sie: Ich möchte das Persönliche Budget/Geld haben.

Wohin muss ich den Antrag schicken?

Sie schicken den Antrag zum Beispiel an:

  • die Kranken-Kasse,
  • die Pflege-Kasse,
  • die Renten-Versicherung,
  • das Jugend-Amt,
  • das Sozial-Amt,
  • das Integrations-Amt,
  • die Agentur für Arbeit.

Diese Stellen heißen: Träger. Die Träger bezahlen das Persönliche Geld. Sie können auch zu einer Service-Stelle gehen. Diese Stellen gibt es in jeder größeren Stadt. Dort können Sie den Antrag stellen. Wo eine Service-Stelle ist, können Sie im Internet lesen. Dazu gehen Sie im Internet auf die Seite www.reha-servicestellen.de .

Was macht der Träger mit dem Antrag?

Der Träger prüft, ob er zuständig ist. Wenn er nicht zuständig ist: Der Träger muss den Antrag sofort an den richtigen Träger geben.
Ein Beispiel:
Sie stellen einen Antrag auf Hilfen bei der Arbeit. Sie geben den Antrag beim Sozial-Amt ab. Das Sozial-Amt findet heraus, dass die Agentur für Arbeit die Hilfen bezahlen muss.
Das Sozial-Amt gibt den Antrag an die Agentur für Arbeit weiter.

Schritt 2: Gespräch über Ihre Hilfen.

Die Träger müssen wissen, welche Hilfen Sie brauchen. Darum gibt es ein Gespräch über Ihre Hilfen.

Wer ist bei dem Gespräch dabei?

  • Sie selbst.
  • Sie können auch jemanden mitbringen, dem Sie vertrauen.
  • Die Träger, die Ihre Hilfen bezahlen.
  • Manchmal ist auch die Service-Stelle dabei.

Über was wird gesprochen?

  • Welche Hilfen brauchen Sie?
  • Wie viel Hilfen brauchen Sie?
  • Wie viel Geld bekommen Sie?
  • Wer wird Ihr Beauftragter?

Was ist Der Beauftragte?

Sie bekommen die Hilfen vielleicht von mehreren Trägern. Sie müssen aber nicht immer mit allen Trägern reden. Darum gibt es einen Beauftragten. Ihr Beauftragter ist meistens der Träger, bei dem Sie den Antrag gestellt haben.
Ein Beispiel:
Sie haben den Antrag für das Persönliche Geld beim Sozial-Amt gestellt. Das Sozial-Amt ist jetzt Ihr Beauftragter. Der Beauftragte passt auf, dass alle Träger gut zusammen arbeiten.

Was passiert nach dem Gespräch?

Jeder Träger muss eine Stellungnahme schreiben. Das ist ein Brief. In diesem Brief muss stehen:

  • Welche Hilfen Sie als Persönliches Geld bekommen können.
  • Welche Beratung und Unterstützung Sie brauchen.
  • Wie viel Geld oder Gutscheine Sie bekommen.
  • Was in der Zielvereinbarung stehen soll.

Schritt 3: Vertrag über Ihre Hilfen.

Alle Träger haben gesagt, welche Hilfen Sie bekommen können. Jetzt machen Sie mit Ihrem Beauftragten einen Vertrag über Ihre Hilfen. Diesen Vertrag nennt man: Zielvereinbarung.
In der Zielvereinbarung steht:

  • Welche Hilfen Sie bekommen.
  • Welche Ziele die Hilfen haben.

Zum Beispiel, was Sie mit den Hilfen lernen wollen.

  • Bis wann Sie ein Ziel erreichen sollen.
  • Wie Sie beweisen müssen, dass Sie das Geld für Ihre Hilfen bezahlt haben.
  • Wie man darauf achtet, dass Sie gute Hilfen bekommen.

Was ist bei der Zielvereinbarung wichtig?

• Die Zielvereinbarung muss zu Ihnen passen.
• Sie müssen die Ziele auch schaffen können.

Müssen Sie beweisen, was Sie mit dem Geld machen?

Ob Sie etwas beweisen müssen, steht in der Zielvereinbarung. Die Beweise müssen einfach sein.

Schritt 4: Sie bekommen einen Bescheid.

Sie bekommen einen Brief vom Träger. Dieser Brief heißt: Bescheid. Im Brief steht, wie viel Persönliches Geld Sie bekommen. Und wofür Sie es bekommen. Wenn Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind, können Sie dagegen Einspruch erheben. Dafür schreiben Sie einen Brief. Im Brief steht, dass Sie nicht einverstanden sind. Vielleicht ändert der Träger dann den Bescheid. Oder ein Gericht entscheidet, dass der Träger den Bescheid ändern muss.

Wie lange bekomme ich das Persönliche Geld?

Spätestens nach 2 Jahren gibt es wieder ein Gespräch über Ihr Persönliches Geld. Dann wird geschaut, ob die Hilfen noch richtig für Sie sind.

Wer kann mir bei dem Persönlichen Geld helfen?

Die Service-Stellen können Sie beraten und unterstützen. Zum Beispiel helfen sie Ihnen bei dem Antrag. Und sie helfen bei Problemen mit dem Persönlichen Geld. Es gibt auch andere Beratungs-Stellen. Zum Beispiel das Bürger-Telefon vom Bundesministerium.
Sie können dort anrufen. Die Telefon-Nummer ist: 0 18 05/67 67-15
Oder das Beratungs-Telefon von Selbstbestimmt Leben.
Die Telefon-Nummer ist: 01 80/221 66 21

Kostet die Beratung und Unterstützung etwas?

In den Service-Stellen müssen Sie kein Geld bezahlen. Auch die meisten Beratungs-Stellen
helfen Ihnen umsonst.

Wenn Sie viel Beratung und Unterstützung brauchen:

Schreiben Sie das in Ihren Antrag. Der Träger entscheidet dann, ob Sie dafür mehr Persönliches Geld bekommen.

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