Navigation und Service

Einfach teilhaben (Link zur Startseite)


Barrierefreies Reisen

Diesen Artikel in

Urlaub und Reisen sind wichtige Faktoren für die Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben. Dabei sind nicht nur Fragen der Informationsbeschaffung, Anreise und Unterbringung von Bedeutung, sondern auch die Möglichkeit, Freizeitangebote vor Ort wahrnehmen und den Alltag am Urlaubsort gestalten zu können.

Selbstbestimmtes Reisen

Barrierefreiheit sollte zu einem Markenzeichen des Tourismus in Deutschland werden. Damit Menschen mit Behinderungen Freizeit-, Urlaubs- und Reiseangebote optimal nutzen können, muss die Servicekette der unterschiedlichen Anbieter aufeinander abgestimmt sein. Ziel muss es sein, ein möglichst selbständiges Reisen für alle Menschen zu ermöglichen. Eine Weiterentwicklung ist deshalb nicht nur bei der Infrastruktur von Verkehrsträgern und im Gastgewerbe erforderlich, sondern auch bei der Vernetzung und Vermarktung bestehender Angebote, der Qualifizierung von Unternehmen sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Barrierefreie Angebote sollten sich außerdem nicht nur auf Menschen im Rollstuhl konzentrieren, sondern auch auf die Bedürfnisse von sehbehinderten, blinden, hör- und sprachbehinderten sowie die Belange geistig und seelisch behinderter Menschen berücksichtigen.

Viele Dienstleistungsanbieter der Reise- und Tourismusbranche haben den Handlungsbedarf bereits erkannt. In den vergangenen Jahren konnten bereits beachtliche Fortschritte bei den Angeboten für barrierefreie Reisen und Urlaube verzeichnet werden. Auch die Zugänglichkeit von Freizeit- und Kultureinrichtungen ist deutlich verbessert worden.

Einen wichtigen Beitrag für barrierefreies Reisen leisten auch die Selbsthilfeorganisationen der Betroffenen. So hat beispielsweise die Bundesarbeitsgemeinschaft der Clubs Behinderter und ihrer Freunde e.V. umfangreiche Informationen über geeignete Reiseveranstalter und Reiseliteratur zusammengestellt.

Ratgeber, Hotelführer und weitere Hinweise

Der seit mehreren Jahren erscheinende Reiseratgeber Handicapped Reisen Deutschland beinhaltet mehr als 1.000 geprüfte Beherbergungsbetriebe in ganz Deutschland, die überwiegend rollstuhlgerecht sind.

Beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. kann das aktuelle Reiseprogramm für Menschen mit und ohne Behinderung bestellt oder heruntergeladen werden. Eine weitere aktuelle Broschüre zu Ferienstätten, Ferieneinrichtungen und Hotels ist beim Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. erhältlich.

Zur Information und Orientierung dient auch der in Buchhandlungen erhältliche Deutsche Hotelführer, in dem barrierefreie Angebote nach festgelegten Kategorien nachgeschlagen werden können. Der Deutsche Hotel und Gaststättenverband (DEHOGA) und die Behindertenverbände haben bereits 2005 eine Zielvereinbarung über die Hotelklassifizierung abschlossen. DEHOGA und Verbände arbeiten nun an der Weiterentwicklung dieses Instruments. Dabei soll unter anderem eine bundesweit einheitliche Kennzeichnung von barrierefreien Hotels und Restaurants erreicht werden, um die Flut von unterschiedlichen Piktogrammen der Länder und Regionen einzudämmen. Auf der Internetseite des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes stehen zum Download Checklisten bereit, mit deren Hilfe die Einhaltung der Standards im eigenen Betrieb überprüft werden können.

Eine zentrale Anlaufstelle für die Belange des barrierefreien Tourismus für Alle in Deutschland ist die Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. (NatKo). Die NatKo steht Reiseveranstaltern, Verkehrsunternehmen, Tourismusregionen, Hoteliers und weiteren Anbietern im Bereich Tourismus als Ansprechpartner zur Verfügung, um sie bei der Gestaltung barrierefreier Angebote zu unterstützen. Sie wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert und ist ein Zusammenschluss von Verbänden auf Bundesebene, die sich mit dem Thema Tourismus beschäftigen.

Die Schlichtungsstelle für den Öffentlichen Personenverkehr vermittelt zwischen Reisenden und Verkehrsunternehmen, wenn es Probleme im Zusammenhang mit einer Fernverkehrsreise gibt.

Finanzielle Förderungen

Zur gezielten Unterrichtung behinderter Menschen und ihrer Angehörigen über Freizeit- und Urlaubsmöglichkeiten werden öffentliche Mittel eingesetzt. Bau und Einrichtung von gemeinnützigen Familienferienstätten werden mit Bundes- und Landesmitteln gefördert. Aus dem Programm "Investitionskredit Kommunen - flexibel" der KfW Kommunalbank können Städte und Gemeinden zur Stadt- und Dorfentwicklung, einschließlich des Tourismus, zinsgünstige Investitionskredite nutzen. 50 Prozent des Kreditbedarfs können über die KfW finanziert werden, der verbleibende Kreditbedarf wird über andere Banken finanziert.

Der weit gespannte Leistungsrahmen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ermöglicht es unter Umständen, im Einzelfall die mit Freizeitaktivitäten und Urlaub verbundenen behinderungsspezifischen Kosten zu übernehmen.

 

Zusatzinformationen

Haben Sie Fragen?

Bei fachlichen Fragen haben Sie die Möglichkeit uns telefonisch zu erreichen oder auch eine Anfrage mit dem dafür vorgesehenen Formular zu stellen.

Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

Informationen

Redaktion

Nutzerhinweise

Seite

© Bundesministerium für Arbeit und Soziales