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Beiträge und Zuzahlungen

Beiträge

Bemessung

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung bemessen sich nach einem Prozentsatz der beitragspflichtigen Bruttoeinnahmen. Bei pflichtversicherten Arbeitnehmern sind dies zum Beispiel das Arbeitsentgelt, Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, sogenannte Versorgungs-bezüge (z. B. Betriebsrenten) und Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, das neben einer gesetzlichen Rente oder Versorgungsbezügen erzielt wird.

Bei freiwillig Versicherten ist bei der Beitragsbemessung die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Der Begriff der "gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit" umfasst alle Einnahmen, die zur Bestreitung des Lebensunterhalts bestimmt sind, und zwar ohne Rücksicht auf ihre steuerliche Behandlung. Freiwillig Versicherte zahlen dementsprechend zusätzlich Beiträge aus sonstigen Einnahmen, wie zum Beispiel aus Einnahmen aus Kapitalvermögen oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Bemessungsgrenze

Sowohl bei pflicht- als auch bei freiwillig versicherten Mitgliedern werden die Einkünfte insgesamt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. Diese Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich an die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung aller Versicherten angepasst.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt im Jahr 2016 bei 50.850 Euro (4.237,50 Euro/Monat).

Beitragssatz

Seit dem 1. Januar 2015 gilt ein allgemeiner Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von 14,6 Prozent und ein ermäßigter Beitragssatz in Höhe von 14,0 Prozent. Daneben können Krankenkassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern erheben, wenn die Zuweisungen, die sie aus dem Gesundheitsfonds erhalten, nicht zur Deckung ihrer voraussichtlichen Ausgaben ausreichen. Krankenkassenmitglieder können unabhängig davon, ob sie die geltende Bindungsfrist von 18 Monaten erfüllt haben, ihre Krankenkasse wechseln, wenn diese Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag erhebt oder den Zusatzbeitragssatz erhöht (Sonderkündigungsrecht).

Zuzahlungen

Allgemeines

An den Kosten bestimmter Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung müssen sich die Versicherten beteiligen. Hierunter fallen Arzt- und Zahnarztbesuche, die Versorgung mit Arzneimitteln, Heil- und Hilfsmitteln, Krankenhausaufenthalte, Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe und Fahrkosten. Der Eigenanteil soll bewirken, dass die Versicherten im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf eine kostenbewusste und verantwortungsvolle Inanspruchnahme von Leistungen Wert legen.

Grundsätzlich leisten Versicherte Zuzahlungen in Höhe von zehn Prozent, mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro. Es sind jedoch nie mehr als die jeweiligen Kosten des jeweiligen Mittels zu entrichten. Besondere Zuzahlungsregelungen bestehen für die Bereiche der stationären Behandlung (stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen sowie Krankenhausbehandlung einschließlich Anschlussheilbehandlung) und der Heilmittel, bei häuslicher Kranken-pflege sowie bei den Fahrkosten.

Für das Erreichen der Belastungsgrenze werden sämtliche Zuzahlungen berücksichtigt. Wer die persönliche Belastungsgrenze während eines Kalenderjahres erreicht hat, erhält von seiner Krankenkasse einen Bescheinigungsbescheid für den Rest des Jahres. Die Berechnung der Belas-tungsgrenze kann aber auch erst am Ende eines Kalenderjahres bzw. zu Beginn des Folgejahres beantragt werden; die Versicherten erhalten dann ggf. eine Erstattung zuviel geleisteter Zuzahlungen.


Übersicht über die Zuzahlungen in der GKV
LeistungenZuzahlung seit dem 1. Januar 2004
Arzneimittel

10 Prozent des Apothekenabgabepreises

mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro

Verbandmittel

10 Prozent des Apothekenabgabepreises

mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro

Fahrkosten

10 Prozent der Fahrkosten

mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro je Fahrt

Heilmittel 10 Prozent des Abgabepreises zzgl. 10 Euro je Verordnung
Hilfsmittel

10 Prozent der Kosten des Hilfsmittels

mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro

zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel10 Prozent der Kosten und maximal 10 Euro pro Monat
Krankenhausbehandlung10 Euro pro Kalendertag für längstens 28 Tage
Ambulante Rehabilitations-Maßnahmen10 Euro pro Kalendertag
Stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen10 Euro pro Kalendertag
Anschlussrehabilitation10 Euro pro Kalendertag für längstens 28 Tage
Vorsorge- und Rehabilitations-Maßnahmen für Mütter und Väter10 Euro pro Kalendertag

Belastungsgrenzen

Grundsätzlich werden alle Zuzahlungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung für das Erreichen der Belastungsgrenze berücksichtigt. Daher sollten alle Zuzahlungsbelege gesammelt werden. Kein Versicherter muss in einem Kalenderjahr mehr als zwei Prozent der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt als Zuzahlung leisten. Diese Belastungsgrenze gilt für den gesamten Familienhaushalt.

chronisch kranke Patientinnen und Patienten

Für Versicherte, die wegen derselben Krankheit in Dauerbehandlung sind, gilt grundsätzlich eine geringere Belastungsgrenze von nur 1 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Das Gesetz sieht vor, dass der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) in Richtlinien das Nähere zur Definition einer chronischen Krankheit bestimmt.

Nach den Richtlinien des G-BA gilt eine Krankheit als schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde und eines der fol-genden Kriterien erfüllt ist:

  • Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 vor.
  • Es liegt ein Grad der Behinderung nach Schwerbehindertenrecht/Versorgungsrecht von mindestens 60 vor oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit nach Unfallversicherungsrecht von mindestens 60 Prozent.
  • Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Be-handlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der schwerwiegend chronischen Krankheit verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist.

Die Feststellung, ob ein Versicherter an einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung im Sinne der Richtlinien leidet, trifft die Krankenkasse.

Sozialhilfe

Für Versicherte, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII -Sozialhilfe- oder die ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG) erhalten, wurde eine im Vergleich zu den übrigen Versicherten günstigere Regelung getroffen. Bei diesen Personen wird für die Ermittlung der Belastungsgrenze als Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt für die gesamte Bedarfsgemeinschaft lediglich der Regelsatz des Haushaltsvorstandes nach der Regelsatzverordnung berücksichtigt (§ 62 Absatz 2 SGB V).

Die Leistungsempfänger haben die jeweiligen Zuzahlungen aus dem Regelsatz selbst zu tragen. Eine Aufstockung des Regelsatzes erfolgt nicht. Der Regelsatz beträgt derzeit 404 Euro monatlich bzw. 4.848 Euro je Kalenderjahr. Auf dieser Grundlage haben die Leistungsempfänger für die Bedarfsgemeinschaft folgende Zuzahlungen je Kalenderjahr zu leisten:

Bei 1 Prozent Zuzahlung (Chroniker)48,48 Euro
Bei 2 Prozent Zuzahlung („Normalfall“)96,96 Euro

Bei Versicherten, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) erhalten, ist als Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt für die gesamte Bedarfsgemeinschaft nur die Regelleistung nach § 20 Absatz 2 SGB II maßgeblich.

Verfahren

Sie sollten die Ihnen im laufenden Kalenderjahr entstehenden Zuzahlungen im Auge behalten und die Quittungen sammeln. Zum Beispiel gibt es in Apotheken Unterlagen, Computerausdrucke oder auch bei Ihrer Krankenkasse Hefte, in denen die Zuzahlungen quittiert werden können. Sobald Sie die Belastungsgrenze innerhalb eines Kalenderjahres erreicht haben, können Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Befreiung beantragen. Ist die Belastungsgrenze erreicht, erhalten Sie einen Befreiungsbescheid darüber erteilt, dass Sie für den Rest des Kalenderjahres keine Zuzah-lungen mehr zu leisten brauchen. Sozialhilfeempfänger, die bereits innerhalb kurzer Zeit relativ hohe Zuzahlungen zu leisten haben, können mit den Sozialhilfeträgern eine darlehensweise Übernahme der Zuzahlungen vereinbaren.

Ansprechpartner für alle Fragen zu Zuzahlungen ist Ihre Krankenkasse.

Kinder und Jugendliche

Um das Engagement der Versicherten für ihre eigene Gesundheit zu stärken und die besondere Stellung der Familie zu unterstützen, fallen bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr - mit Ausnahme der Fahrkosten - regelmäßig keine Zuzahlungen an.

 

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Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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