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Barrierefreie (Neu)Bauten

Die Herstellung einer umfassenden Barrierefreiheit bei Neubauten und mindestens Barrierearmut bei Bestandsgebäuden sowie in allen Lebensbereichen ist ein dynamischer Prozess, der nur über einen längeren Zeitraum erfolgen kann. Obwohl auf Grund der langen Lebensdauer von vorhandenen Infrastruktureinrichtungen und Gebäuden der Nachholbedarf lediglich schrittweise erfüllt werden kann, müssen diese Bereiche so gestaltet werden, dass sie für alle Menschen ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Bei der Aufstellung von Bauleitplänen sind beispielsweise die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für die Bedürfnisse der Familien, der jungen und alten Menschen und für Menschen mit Behinderungen (§ 1 des Baugesetzbuchs).

Gesetzliche Vorschriften allein reichen hierfür oftmals nicht aus. Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien, der Politik und der Wirtschaft sind fortwährend dafür zu sensibilisieren, dass sich die Grundgedanken des „Design for all“ überall durchsetzen und damit auch höhere Barrierefreiheit erreicht werden kann.


Die Bundesregierung hat mit dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) (BGG) die Voraussetzungen geschaffen, um im Gebäudebereich des Bundes die Barrierefreiheit möglichst umfassend und flächendeckend zu verwirklichen. Der Bund ist verpflichtet, nach allgemeinen anerkannten Regeln der Technik, wie z. B. den entsprechenden DIN Normenund den Technischen Baubestimmungen barrierefrei zu bauen. Dies gilt für zivile Neubauten sowie für große zivile Um- oder Erweiterungsbauten des Bundes. Für alle anderen Gebäude gilt das Bauordnungsrecht, das in der Zuständigkeit der Länder liegt. Die Länder haben jedoch vielfach Regelungen zum barrierefreien Bauen, ganz oder in Teilen für das jeweilige Land beschlossen.


Für öffentliche Gebäude und Wohnungen gelten die DIN 18040-1:2010-10 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentliche zugängliche Gebäude und DIN 18040-2:2011-09 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen. Diese Normen finden nur für neue Baumaßnahmen Anwendung. Für Bestandsbauten gilt die DIN 18040 nur sinngemäß. Für die Modernisierung von bestehenden Gebäuden ist sie deshalb nur bedingt anwendbar, hier sind individuelle Lösungen zum Erreichen der in der DIN formulierten Schutzziele zu finden. Um Barrieren im Wohnungsbestand abzubauen, hat die Bundesregierung am 01. Oktober 2014 die Zuschussförderung im KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ wieder eingeführt. Diese kann von privaten Eigentümern und Mietern, unabhängig von Einkommen und Alter, beantragt werden. In der Darlehensvariante, die seit 2012 aus Eigenmitteln der KfW finanziert wird, sind zusätzlich Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften oder kommunale Unternehmen antragsberechtigt. Dabei definieren Technische Mindestanforderungen in Anlehnung an die DIN 18040-2 für Wohnungsneubau für den Wohnungsbestand erstmals Mindeststandards, die für eine Förderung einzuhalten sind. Da im Gebäudebestand vollständige Barrierefreiheit aus baustrukturellen und wirtschaftlichen Gründen sehr häufig nicht umsetzbar ist, zielen diese Bestimmungen auf die Schaffung eines zumindest barrierearmen Bestands durch individuelle Lösungen ab. Aber auch Barrierefreiheit wird, wo sie technisch möglich ist, gefördert. Weitere Informationen sind zu finden unter www. Kfw.de. Das Bundesbauministeriums fördert im Rahmen seiner Forschungsinitiative Zukunft Bau aktiv die bauliche Umsetzung des Barrierefreien Bauens. Mit dem „Leitfaden Barrierefreies Bauen“ wird anschaulich ein umfassender Überblick über die gesetzlichen Grundlagen und vielschichtigen Anforderungen an das Barrierefreie Bauen über den Bundesbau hinausgehend vermittelt. Der Leitfaden richtet sich an Planer, Bauverwaltung und gleichzeitig auch an Nutzer und Maßnahmenträger, die nicht täglich mit diesem Thema und seinen vielschichtigen Fragestellungen befasst sind. Mit „ready– vorbereitet für altengerechtes Wohnen“ werden flexible und zugleich kostengünstige sowie auch für die Wohnungswirtschaft praktikable Standards für ein barrierearmes Wohnen im Alter untersucht und dargestellt.
Von Januar 2016 bis Ende Dezember 2018 werden 120 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung für die "Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen" bereitgestellt. Mit dem Förderprogramm für kleine modulare Wohneinheiten sollen nachhaltige und innovative Wohnbauprojekte für Studierende und Auszubildende gefördert werden, die zu einem späteren Zeitpunkt in altersgerechte und barrierefreie Wohnungen umgewidmet werden können. Geschaffen werden sollen Kleinstwohnungen, die ein angemessenes Leben insbesondere in Innenstadtlage ermöglichen.

 

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