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Was ist beim Urlaubsanspruch zu berücksichtigen?

Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub. Die Mindesturlaubsdauer regelt das Bundesurlaubsgesetz. Heute sind das 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche (entsprechend 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche) oder vier Wochen. Eine längere Urlaubsdauer kann sich aus dem Tarifvertrag oder dem Arbeitsvertrag ergeben. Üblich ist derzeit ein Jahresurlaub von fünf bis sechs Wochen. Auch bei der Urlaubsdauer gilt das Gebot der Gleichbehandlung.

In Betrieben mit Betriebsrat hat dieser hinsichtlich der Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplans ein Mitbestimmungsrecht, soweit tarifvertragliche oder gesetzliche Regelungen nicht bestehen.

Arbeitet eine Teilzeitkraft an allen Arbeitstagen der Woche, gibt es bei der Berechnung der Urlaubsdauer keine Schwierigkeiten: Der Urlaubsanspruch umfasst dann ebenso viele Tage wie bei den Vollzeitbeschäftigten im Unternehmen. Anders ist dies bei Teilzeitkräften, die nicht an allen Arbeitstagen der Woche oder des Monats arbeiten. Ihr Urlaubsanspruch in Arbeitstagen wird im gleichen Umfang gekürzt, wie die Zahl ihrer Arbeitstage gegenüber der einer Vollzeitkraft vermindert ist. Der Urlaubsanspruch wird dann so errechnet, dass die Gesamtdauer des Urlaubs (z. B. 30 Arbeitstage = sechs Wochen) durch die betriebsübliche Zahl der Arbeitstage pro Kalenderwoche (z. B. fünf Arbeitstage) geteilt wird. Anschließend multipliziert man sie mit der wöchentlichen Zahl der Arbeitstage der Teilzeitkraft.

Bei hochflexiblen Formen der Teilzeit ist die Urlaubsplanung und -abrechnung Teil des Arbeitszeitkontos. Bei allen Abrechnungsmethoden muss jedoch darauf geachtet werden, dass die betroffene Arbeitnehmerin oder der betroffene Arbeitnehmer mit den Vollzeitbeschäftigten gleich behandelt wird. Das bedeutet, dass bei Voll- und Teilzeitkräften das Verhältnis von Arbeitszeit zu bezahlter Freizeit (= Urlaub) gleich sein muss. Ebenso muss sichergestellt sein, dass der Urlaub von sonstigen Freistellungen deutlich abgegrenzt wird. Denn anders als bei der normalen Freizeit haben Beschäftigte bei Krankheit im Urlaub Anspruch auf Nachgewährung.

Beispiel:

Dort, wo Vollzeitkräfte 30 Urlaubstage haben, erhält ein Mitarbeiter, der bei einer 5-Tage-Woche immer nur an drei Tagen in der Woche arbeitet, 18 ("persönliche") Arbeitstage Urlaub (30 : 5 x 3). Das ergibt ebenso wie bei den Vollzeitkräften sechs arbeitsfreie Wochen.

Die Höhe des für die Urlaubszeit zu zahlenden Entgelts errechnet sich entweder nach dem Tarifvertrag oder aber gemäß § 11 BUrlG. Regelmäßig ist nach § 11 BUrlG die bisher, das heißt die in den letzten 13 Wochen, erzielte Vergütung weiter fortzuzahlen. Nicht berücksichtigt werden in der Vergangenheit erzielte Überstundenvergütungen oder Abschläge für Kurzarbeit.

Wenn Arbeitgeber Vollzeitkräften zusätzlich zum Urlaubsentgelt ein so genanntes Urlaubsgeld zahlen, haben auch die Teilzeitbeschäftigten nach dem Gleichbehandlungsgebot Anspruch mindestens auf ein anteiliges Urlaubsgeld.

 

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